Unia- Die Jugend in Ausbildung ist am Anschlag

Potenzial-e GmbH • 10. Juli 2024

Eine Umfrage der Unia mit 1100 Lernenden zeigt alarmierende Ergebnisse auf.

Stress: 92,4% der Lernenden leiden unter Stress am Arbeitsplatz, davon 53,2% häufig oder immer.

Arbeitszeit: Mehr als die Hälfte der Lernenden arbeitet regelmässig mehr als neun Stunden am Tag.

Diskriminierung: 27,9% der Frauen und 7,8% der Männer berichten von sexueller Belästigung. Rassismus betrifft 35,3% der Lernenden, wobei 12% häufig davon betroffen sind.

Kontrollen: 54,9% der Lernenden geben an, dass ihr Betrieb noch nie vom Amt für Berufsbildung kontrolliert wurde.


Die Unia fordert daher dringend besseren Gesundheitsschutz, mehr Freizeit für die Lernenden sowie häufigere und bessere Kontrollen der Ausbildungsbetriebe.


Grundsätzlich stimme ich den Forderungen der Unia zu. Der Punkt mit mehr Freizeit erscheint mir jedoch nicht ganz stimmig. Ich finde es wichtig, dass Lernende den Berufsalltag mit all ihren Schatten- und Sonnenseiten kennenlernen. Dazu zählen auch die Arbeitszeiten. Vielmehr sehe ich die Ausbildungsbetriebe in der Verpflichtung, sich an das Arbeitsgesetz und die Jugendschutzvorschriften zu halten. Dazu braucht es gut ausgebildete Berufsbildungsverantwortliche, die die gesetzlichen Rahmenbedingungen kennen & umsetzen. Also auch dafür sorgen, dass nicht gegen Arbeitszeitvorschriften verstossen wird. Der geforderte Berufsbildnerkurs deckt innerhalb der fünf Kurstage Basiswissen ab. Es liegt somit an den Berufsbildenden, sich weiter mit dem Thema Berufsbildung zu vertiefen und sich weiterzubilden. Der Arbeitgeber kann massgeblich dazu beitragen, indem er die Berufsbildenden unterstützt und die notwendigen Ressourcen für die Berufsbildung zur Verfügung stellt.


Ich bin überzeugt, dass genügend Ressourcen für die Berufsbildung positiv auf die Arbeitsbelastung, den Stress und das Wohlbefinden der Lernenden und Berufsbildenden wirken. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch die Berufsbildenden oft stark gefordert und belastet sind.


Was heisst nun genügend Ressourcen konkret?

  • Die Berufsbildungsverantwortung sollte im Stellenbeschrieb klar abgebildet und die Arbeitsinhalte entsprechend darauf abgestimmt sein. Dabei ist es wichtig, dass Berufsbildungsverantwortliche ausreichend Zeit für ihre Lernenden haben. Hierfür sollten mindestens 5-10 Stellenprozent pro Lernenden vorgesehen werden. Der genaue Bedarf kann jedoch je nach Beruf und Organisationsstruktur stark variieren.


  • Je nach Lehrberuf, Branche und Betriebsgrösse sollten zusätzliche Praxisbildner vorhanden sein, die die Lernenden direkt im Arbeitsprozess ausbilden. Dies ist besonders wichtig, wenn die Berufsbildungsverantwortlichen nicht selbst aktiv im Arbeitsprozess eingebunden sind.


  • Für Berufsbildner/-innen ist der 5-tägige Berufsbildnerkurs obligatorisch. Obwohl Auffrischungskurse oder Weiterbildungstage nicht vorgeschrieben sind, sollten Berufsbildner/-innen aufgrund ihrer Verantwortung regelmässig an Weiterbildungstagen teilnehmen.


  • Praxisbildner/-innen benötigen offiziell keine Ausbildung. Es ist jedoch sehr sinnvoll, sie auf ihre Rolle vorzubereiten und regelmässig weiterzubilden.


  • Lernenden und Berufsbildenden sollte der Zugang zu betrieblichem Mentoring ermöglicht werden. Dies kann durch eine interne oder externe professionelle Vertrauensperson erfolgen.


  • Die Qualität der internen Berufsbildung sollte regelmässig überprüft werden. Das Berufsbildungsgesetz (BBG Art. 8) schreibt vor, dass Anbieter der Berufsbildung die Qualität sicherstellen müssen. Dies gelingt nur durch regelmässige Überprüfungen, beispielsweise durch interne oder externe Auditoren.


Die Wirtschaft benötigt gut ausgebildete und resiliente Fachkräfte. Es liegt in der Verantwortung der Wirtschaft, das Fundament während der Lehrzeit zu legen. Mit den oben erwähnten Massnahmen tragen die Arbeitgeber massgeblich dazu bei.


Nehmen Sie mit mir Kontakt auf, wenn Sie:

  1. Ihre Berufsbildenden (Praxis- und Berufsbildner-/innen) individuell weiterentwickeln möchten
  2. Ihren Berufsbildenden und Lernenden den Zugang zu betrieblichem Mentoring ermöglichen wollen
  3. Ihre Berufsbildungsorganisation einem Fremdbild unterziehen und optimieren wollen


Mehr Informationen zur Umfrage finden Sie hier.


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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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